Metall-Tarifrunde 2020

IG Metall schlgt Zukunftspaket vor

(30.01.2020) Die IG Metall setzt sich fr sichere Arbeitspltze ein. Die Transformation stellt die Industrie vor groe Herausforderungen. Viele Arbeitspltze sind gefhrdet. Die IG Metall schlgt den Arbeitgebern ein "Moratorium fr einen fairen Wandel" mit vorgezogenen Verhandlungen ber ein Zukunftspaket vor.

Die Metall- und Elektroindustrie steht vor tiefgreifenden Vernderungen. Elektromobilitt, Digitalisierung der Produktion und Produkte sowie Klimawandel und Energiewende stellen hohe Anforderungen an die Betriebe. Die notwendige Transformation ist aber in vielen Betrieben noch nicht auf den Weg gebracht. Im Ergebnis sind in der Metall- und Elektroindustrie viele Arbeitspltze und sogar ganze Standorte gefhrdet. Das will die IG Metall so nicht hinnehmen.


Die Uhr tickt. In vielen Betrieben stehen Entscheidungen an, ob und wie mit den Belegschaften von heute die Zukunft von morgen gestaltet werden kann. Zudem herrscht Unsicherheit ber die weitere konjunkturelle Entwicklung. Gerade in diesen Zeiten braucht es fr gesellschaftlichen Zusammenhalt grtmgliche Sicherheit und Perspektiven fr die Menschen.



Nach intensiven Diskussionen in den regionalen Tarifkommissionen der IG Metall ist deshalb klar, dass die Forderung nach einem fairen Wandel zentralen Stellenwert in der anstehenden Tarifrunde fr die Metall- und Elektroindustrie haben wird.

Angebot an die Arbeitgeber

Um den Wandel mit und im Sinne der Beschftigten zu gestalten, sind nun gute und auch schnelle Lsungen notwendig. Daher schlgt die IG Metall den Arbeitgebern ein "Moratorium fr einen fairen Wandel" und Verhandlungen ber ein Zukunftspaket vor. Ziel ist es, dass die Arbeitgeber gemeinsam mit der IG Metall die Zukunft der Beschftigten sichern, indem sie auf Personalabbau, Ausgliederungen, Standortschlieungen und Verlagerungen verzichten und sich stattdessen in Zukunftstarifvertrgen verpflichten, durch Investitionen und Qualifizierung Beschftigung, Standorte und Zukunftsperspektiven zu sichern und entwickeln.

In Zeiten des digitalen und kologischen Wandels der Transformation - braucht es fr die Menschen grtmgliche Sicherheit und Perspektiven. Jrg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, betont: "Es geht um unsere Zukunft. Und die ist nach unserer festen berzeugung: 100 Prozent sozial, 100 Prozent kologisch, 100 Prozent mitbestimmt und demokratisch." Es geht um einen fairen Wandel. "Nur so kann im Industriestandort Deutschland die Transformation gelingen. Nur so kann gute Arbeit fr Millionen Beschftigte gesichert werden und gesellschaftlicher Wohlstand und Zusammenhalt erhalten bleiben."

Konkrete Investitionen


Die IG Metall fordert die Arbeitgeber deshalb auf, sich ihrer Verantwortung fr die Industrie und die Zukunft der Beschftigten zu stellen und macht ihnen folgendes Angebot: IG Metall und Arbeitgeber treten jetzt unmittelbar, bereits vor dem ursprnglich fr Mitte Mrz angesetzten Beginn der Tarifverhandlungen fr die Metall- und Elektroindustrie in allen Regionen in Verhandlungen ber ein Zukunftspaket ein.

Die Arbeitgeber sollen sich darin verpflichten, auf Verlangen der IG Metall Verhandlungen von Zukunftstarifvertrgen in den Unternehmen aufzunehmen, die konkrete Investitionen und Produktperspektiven fr Standorte und Beschftigte genauso wie den Ausschluss betriebsbedingter Kndigungen beinhalten. Groes Augenmerk liegt auch auf Ausbildung, Qualifizierung und Weiterbildung.

Ziel ist es, vor Ende der Friedenspflicht zu Ergebnissen fr ein Zukunftspaket und im Entgelt zu kommen.

Frist bis zum 3. Februar

Die Metall- und Elektroindustrie hat in den vergangenen Monaten unter einer konjunkturellen Eintrbung gelitten. Auerdem muss sie den digitalen und kologischen Wandel bewltigen. Viele Arbeitgeber missbrauchen jedoch die derzeitige Situation als Vorwand, um zu sparen, Personal abzubauen, Standorte zu schlieen und Arbeit zu verlagern, um ihre Gewinne zu maximieren. Deshalb schreitet die IG Metall ein.

Die Probleme sind jetzt da. Und darum braucht es auch jetzt gute und schnelle Lsungen. Die Arbeitgeber sind dazu aufgefordert, bis zur Vorstandssitzung der IG Metall am 3. Februar eine Entscheidung zu treffen, ob sie sich auf vorgezogene Verhandlungen ber das Zukunftspaket einlassen.

Kaufkraft strken

Die IG Metall strebt auch in dieser Tarifrunde an, die Kaufkraft der Beschftigten zu strken. Wichtigster Wachstumsmotor des Bruttoinlandsprodukts ist der private Konsum. Eine Sicherung der Realeinkommen bleibt daher gesamtwirtschaftlich geboten. Es gibt vor den womglich anstehenden Verhandlungen zum Zukunftspaket jedoch keine bezifferte Forderung, um wie viel die Entgelte erhht werden sollen.

Fr Betriebe mit Unterauslastung einzelner Beschftigtengruppen will die IG Metall vorrangig eine Reduzierung des Arbeitsvolumens ohne Entgeltabsenkung durchsetzen. Etwa durch die Nutzung von Arbeitszeitkonten, Kurzarbeit mit Aufzahlung und Arbeitszeitabsenkung mit Teillohnausgleich. Es soll auerdem den Anspruch auf gefrderte Qualifizierung fr alle geben. Ziel ist es auch, den Anteil der Beschftigten, die ber Altersteilzeit und andere Modelle des flexiblen bergangs frher in Rente gehen knnen, zu erhhen.


Bonus fr IG Metall-Mitglieder


IG Metall-Mitglieder sollen zuknftig zustzliche Zahlungen erhalten, um damit die Mehrkosten kologischer Mobilitt und Energie tragen zu knnen zum Beispiel als Zuschuss zu Tickets fr den ffentlichen Personennahverkehr, fr das Laden von Elektrofahrzeugen, Leasing von E-Bikes oder als Zuschuss zu ko-Stromvertrgen aus erneuerbarer Energie.

ber diese und weitere Verhandlungsziele bert die IG Metall detailliert in den Betrieben und Tarifkommissionen.

Auch die Politik ist gefordert

IG Metall und Arbeitgeber sind zur Umsetzung des Zukunftspakets und zum Gelingen der Mobilitts- und Energiewende auf die Untersttzung der Politik angewiesen. Bundesregierung und Bundestag mssen jetzt die Rahmenbedingungen fr darauf aufbauende Tarifvertrge schaffen. Die Tarifpartner fordern folgende Manahmen:

- Einen erleichterten Zugang zur Kurzarbeit und eine Verlngerung der Bezugsdauer auf 24 Monate.
- Die Ausweitung des Qualifizierungschancengesetzes, so dass knftig ganze Beschftigungsgruppen Antrge auf Manahmen stellen knnen. Bisher ist es nur auf Einzelflle zugeschnitten.
- Die Verlngerung des Transferkurzarbeitergeldes auf 24 Monate sowie die Ausweitung des Zugangs zu den Manahmen auf alle Beschftigten, nicht nur fr Ungelernte und ltere.

Moratorium fr einen fairen Wandel


:: Moratorium: Fragen und Antworten (PDF | 559 KiB)



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